© 2022 | 52 Min (DE / FR)
Autoren: Martin Gronemeyer, Michaela Kirst
Regie: Martin Gronemeyer
Kamera: Dirk Lütter
Produzent:innen: Michaela Kirst, Hansjürgen Schmölzer
Trailer: vimeo.com/641798010
Eine Koproduktion von sagamedia und BSX Schmölzer GmbH für ZDF/ARTE & ORF.
Mit Unterstützung von CineArt / Land Steiermark Kultur.

Was ist der Wert der Kunst? Welchen Preis hat „das Schöne“ und womit wird dafür bezahlt?
Es ist eine bizarre Welt, in die SCHÄTZE UNTER VERSCHLUSS: DAS SYSTEM FREEPORT eintaucht: die geheime Welt der Kunstdepots in internationalen Zollfreilagern, in denen Kunstwerke zu Phantasiepreisen ihren Eigentümer wechseln. Ein System, in dem Oligarchen und Diktatoren Milliarden an Schwarzgeldern am Fiskus vorbei ins globale Finanzsystem einschleusen.
Auf der einen Seite Kunstwerke von oft ewiger Gültigkeit und Bedeutung, geschaffen von den herausragendsten Künstlern der Geschichte.
Auf der anderen Seite Oligarchen, Diktatoren, Drogenbosse und Finanzhaie – Kleptokraten, die ganze Länder ausplündern und berauben und nicht wissen, wohin mit ihren unvorstellbaren Summen an illegalen Geldern.
Verbunden durch ein System außerhalb des direkten Zugriffs der Staatsgewalten, in dem Kunstwerke oft für Jahre in Zollfreilagern verschwinden und in der Zwischenzeit – ohne dabei auch nur den Ort zu wechseln – häufig mehrmals den Besitzer wechseln. Bezahlt zu Phantasiepreisen. Und meist mit Schwarzgeld, das über diesen Umweg weißgewaschen wird.
Was wie eine investigative Recherche beginnt mündet schließlich auch in ganz grundsätzliche moralische Fragen: Wer hat Anrecht auf das Schöne und wofür wird Kunst geschaffen? Bloß für Kleptokraten?
Freeports befinden sich mitten unter uns. Sie stehen in Singapur, Delaware und Peking, aber auch mitten in Europa, in der Schweiz und Luxemburg. Und zunehmend wird klar: auch in Österreich, Deutschland und Frankreich gibt es versteckte Zollfreilager, in denen riesige Werte schlummern. Und kaum jemand weiß genau, welche.
Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ wurde 2017 um 400 Millionen Dollar versteigert. Seither ist es verschwunden und über den heutigen Besitzer gibt es nur Spekulationen. Wurde es inzwischen weiterverkauft? Saudische Ölscheichs, Diktatoren wie Kim Jong Un oder russische Oligarchen aus dem Umfeld Putins: Zu allen gibt es Spuren, die auch über Freeports führen. Und mit dem weißgewaschenen Geld werden dann über Briefkastenfirmen Luxusimmobilien oder ganze Hotelresorts in österreichischen Tourismusregionen gekauft.
Der Film deckt auf, wie dieses System funktioniert und geht der Frage auf den Grund, wer es nutzt, wie viel Kapital darin steckt und warum die Politik keine wirkungsvollen Schritte dagegen unternimmt.